Introvertierte Stärken
Introvertierte Stärken
25. September 2018
Introvertierte Farben

Introvertierte Farben mit INSIGHTS MDI®

"Ich bin blau. Welche Farbe bist Du?"

Diese Frage hat meine sechsjährige Tochter neulich im Gespräch mit einem anderen Mädchen gestellt. Als ob es selbstverständlich wäre, dass jeder "seine Farbe" kennt. Typisch blau vermutlich... also ganz die Mama ;-) Dabei hätte es viele Vorteile, wenn jeder "die eigene Farbe" kennt - nicht nur im Business Alltag.

Was hat es mit den Farben auf sich? In mehreren Persönlichkeitsmodellen werden die vier grundlegenden Persönlichkeitstypen mit den vier Farben rot, gelb, grün und blau beschrieben. Ich mag die Farbdarstellung, weil sie - anders als Begriffe wie "introvertiert" oder "extrovertiert" - zunächst wertfrei ist. Das aus meiner Sicht hilfreichste Modell im Business-Umfeld ist INSIGHTS MDI®. Neben den vier Farben erfasst es auch individuelle Motive, die farbtypische Verhaltensweisen ergänzen, verstärken oder korrigieren können. Daduch findet man sich nicht in einengenden Farbschubladen wieder.

In diesem Blog-Beitrag erfährst Du, wie Du die vier Farben von INSIGHTS MDI® für Dich nutzen kannst:

1- Erkenne, wie Du Dich von anderen Introvertierten unterscheidest

Introvertiert ist nicht gleich introvertiert. In vielen Persönlichkeitsmodellen ist die Intro-/Extroversion zwar ein entscheidendes Persönlichkeitsmerkmal - aber nicht das einzige. Es gibt Persönlichkeitsmodelle, die 8 und mehr Typen "Introvertierter" unterscheiden. Bei INSIGHTS MDI® sind es genau zwei (in 30 Nuancen) und das hilft bereits ungemein; tiefer einsteigen kann man anschließend immer noch ;-). INSIGHTS MDI® basiert dabei auf den Erkenntnissen der Psychologen C.G. Jung und W.M. Marston. Ihnen zufolge unterscheiden sich Introvertierte und Extrovertierte auch in der Sach- bzw. Beziehungsorientierung. Blaue Menschen sind introvertiert und sachorientiert. Grüne Menschen sind introvertiert und beziehungsorientiert. Während die einen eher mit Zahlen, Daten und Fakten überzeugen, punkten die anderen eher mit Empathie und Bauchgefühl.

Je höher das Bewusstsein für die Unterschiedlichkeit der Menschen ist, umso besser kann man sich selbst und den eigenen Mehrwert für das Team/Umfeld/Unternehmen erkennen.

2 - Lerne, wie Du Dich auf andere Farben einstellen kannst

Insgesamt unterscheiden Farbmodelle vier Grundtypen:

  • introvertiert und sachorientiert (blau)
  • introvertiert und beziehungsorientiert (grün)
  • extrovertiert und sachorientiert (rot)
  • extrovertiert und beziehungsorientiert (gelb)

  • Jeder dieser Typen hat unterschiedliche Bedürfnisse und Präferenzen. Das zeigt sich insbesondere in der Kommunikation. Während beziehungsorientierte Menschen Wert auf eine Wohlfühlatmosphäre mit Kaltgetränk und persönlichem Smalltalk legen, steigen sachorientierte gerne direkt in das Thema ein. Während Introvertierte denken, bevor sie sprechen und gut zuhören, sind Extrovertierte schon beim nächsten Thema ;-). Wenn unterschiedliche Typen unreflektiert aufeinander treffen, kann das im Gespräch zu vermeidbarem Widerstand führen. Es ist zum Beispiel ungünstig, wenn man mit einem Grünen ohne Warm-Up in ein wichtiges Gespräch startet oder einen Roten mit vielen Detailinformationen konfrontiert. Kennt man jedoch die unterschiedlichen Präferenzen, dann fällt es leichter, sich auf das jeweilige Gegenüber einzustellen und dadurch Gesprächsziele einfacher zu erreichen.

    3 - Nutze Dein volles Potenzial

    Niemand ist nur eine Farbe in seiner Reinform. Jeder trägt Anteile aller Farben in sich. Manche Farben sind stärker ausgeprägt, andere schwächer. Dazu kommen Deine Motive, die sich ebenfalls stark von Menschen mit ähnlichen Farbkonstellationen unterscheiden können. Du bist also in keiner Farbschublade gefangen - sondern die Summe Deiner Potenziale, die Du situativ abrufst. Ist eine Farbe jedoch kaum ausgeprägt, ist es anstengend und unauthentisch sich dennoch "so zu geben als ob". Stell Dir zum Beispiel einen teamorientierten Introvertierten vor, der als Führungskraft versucht, den authoritären Stil seines extrovertierten Vorgängers anzunehmen.

    Aus meiner Sicht ist es daher sinnvoller, sich auf die eigenen Potenziale und Stärken zu konzentrieren, statt den Potenzialen und Stärken anderer nachzueifern. Die eigenen Fähigkeiten helfen Dir am besten dabei, Deine Ziele zu erreichen - Du muss dazu manchmal nur andere Wege gehen. Eine Übersicht über introvertierte Stärken (inkl. kostenfreier Reflektionsübung) findest Du in diesem Blogbeitrag.

    4 - Finde ein Umfeld, das zu Dir passt

    Jede Farbe hat ihre eigenen Stärken und Qualitäten. Wer seine Farbe kennt, kann diese selbstbewusst erkennen und leben. Das heißt jedoch noch lange nicht, dass das Umfeld diese Stärken genauso erkennt und wertschätzt. Je stärker Du Deine Präferenzen und Motive, die beide von der INSIGHTS MDI®-Analyse erfasst werden, in Deinem beruflichen Umfeld ausleben kannst, umso leichter fällt Dir die Arbeit. Hast Du jedoch das Gefühl, Dich am Arbeitsplatz ständig verstellen zu müssen, wird es auf Dauer anstrengend und kräftezehrend. Das zeigt sich zum Beispiel dadurch, dass Du nach normalen Arbeitstagen regelmäßig ausgelaugt bist und/oder Frust mit nach Hause nimmst. Für Grüne kann beispielsweise ein Umfeld, in dem es nur um Zahlen, Daten und Fakten - und weniger um das Zwischenmenschliche geht - frustrierend sein. Für Blaue kann es unerträglich sein, wenn ihre Vorgesetzten Entscheidungen nur nach Gefühl und nicht auf Basis der erarbeiteten Faktenlage treffen.

    Wird man bei der angestrebten Beförderung übergangen, tendieren Introvertierte dazu, den Fehler bei sich zu suchen. Manchmal liegt die Ursache jedoch einfach im Umfeld, das nicht zur eigenen Persönlichkeit passt. Die INSIGHTS MDI®-Analyse hilft Dir, klarer zu sehen, was für Dich am Arbeitsplatz wichtig ist und dadurch das passende Umfeld zu finden. Nur in einem resonanzfähigen Umfeld kannst Du Dein Potenzial voll entfalten.

    5 - Führe einen konstruktiven Dialog mit Dir selbst (und anderen!)

    Introvertierte neigen dazu, ihre Probleme alleine lösen zu wollen, statt andere Menschen zu involvieren. Gerade negative Gedankenspiralen können dadurch unkontrolliert eskalieren: "Wieso kann ich die Aufgabe nicht so einfach lösen wie mein Kollege?" "Wieso reagiere ich auf die Beförderung zum Vorgesetzten nicht so euphorisch, wie es von mir erwartet wird?" "Was stimmt mit mir nicht?" Noch verstärkt werden diese Gedanken von Menschen, die ganz andere Präferenzen und Bedürfnisse haben als Du selbst und die Dein Verhalten daher überhaupt nicht nachvollziehen können.

    Die INSIGHTS MDI®-Analyse zeigt Dir (und anderen!), dass sich Deine Stärken und Schwächen lediglich von denen anderer Persönlichkeitstypen unterscheiden - und dass mit Dir alles stimmt :-). Das nimmt Dir viele Selbstzweifel, die aus dem Vergleich mit anderen Typen, gesellschaftlichen Idealen und unrealistischen Erwartungshaltungen entstehen. Die Analyse ist daher der ideale Einstieg in einen konstruktiven Dialog mit Dir selbst und den Menschen in Deinem Umfeld. Für mich ist die INSIGHTS MDI®-Analyse gerade zu Beginn des Coachings besonders wertvoll.
    Es gibt bereits Unternehmen, in denen alle Mitarbeiter ihre "Hauptfarben" neben ihrem Namen an der Bürotüre vermerkt haben. So kann man sich beim Betreten des Büros viel leichter auf das Gegenüber einstellen. So sehr ich über die Frage meiner Tochter "Ich bin blau. Welche Farbe bist Du?" zunächst schmunzeln musste... Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr gefällt mir der Gedanke, dass jeder seine eigene Farbe kennt und mit anderen teilt. Das könnte das tägliche Miteinander sehr bereichern - und Menschen helfen, einen sinnvollen Schritt aufeinander zu zugehen.

    Viele Grüße und bis bald,

    Simone


    PS: Hast Du Interesse an einer INSIGHTS MDI®-Analyse? Dann schreibe mir einfach eine E-Mail mit Deinen Kontaktdaten und Terminvorschlägen für ein kostenfreies Vorab-Gespräch an simone@intro-coach.com. Ich melde mich gerne bei Dir.
    Simone
    Simone
    Simone Rechel - Coach und Trainerin für Introversion und Persönlichkeits-Diversity im Business

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